Eine Villa aus der Gründerzeit bringt hohe Decken, Stuck und eine ganz eigene Raumproportion mit – und genau darin liegt die Herausforderung: Neue Möbel dürfen diesen Charakter nicht überstrahlen, sondern müssen ihn ergänzen. Für dieses Haus in Grötzingen haben wir deshalb kein fertiges Einrichtungsschema übergestülpt, sondern Raum für Raum entwickelt, was der jeweilige Grundriss zulässt.

Wir haben ein Möblierungskonzept entwickelt, das historische Details bewusst freistellt und mit warmen Textilien, Holztönen und punktuellem Licht kombiniert. Im Wohnbereich schaffen ein großzügiges Polstersofa und ein niedriger Couchtisch bewusst Distanz zu den hohen Wänden, damit die Proportionen des Raums nicht erdrückend wirken.

Im Schlafbereich setzt ein dunkler, samtiger Wandanstrich einen ruhigen Kontrast zu den hellen, unbehandelten Böden – ergänzt um filigrane Kristallleuchten, die das historische Flair aufgreifen, ohne museal zu wirken. So entstehen Räume, die alt und neu nicht gegeneinander, sondern miteinander wirken lassen.

Das Ergebnis ist ein Wohnhaus, das seine Geschichte zeigt, ohne museal zu wirken – bewohnbar, warm und mit einem klaren roten Faden von Zimmer zu Zimmer. Wer durch das Haus geht, soll spüren, dass hundert Jahre Baugeschichte und heutiger Wohnkomfort sich nicht ausschließen.